​​Eskrima:

Der Begriff Eskrima, hauptsächlich aus dem Stockkampf bekannt, entspringt dem spanischen Wort "Esgrima" und bedeutet "fechten". Andere bekannte Begriffe für Kampfkunst sind Arnis und Kali. Arnis (span. "arnés") bedeutet "gepanzerte Rüstung" oder "gepanzerte Faust". Im Gegensatz dazu kann der Begriff Kali nicht eindeutig zurückverfolgt werden. Gemäss Interpretation namhafter Meister wie bspw. Dan Inosanto, setzt sich der Begriff aus den beiden alt malaiischen Worten "Kahmot" (Hand) und "Lihot" (Körper) zusammen und meint die Bewegung von Hand & Körper. Andere Theorien besagen, dass dieser Begriff von der Kriegsgöttin Kali entstammt oder aus dem Wort "Kalis" (eine Klingenform) abgeleitet wird und demnach "schneiden" bedeutet. Alle drei Begriffe werden heute als Synonym für die philippinische Kampfkunst verwendet.

Die Philippinen bestehen aus über 7'000 Inseln. Die kulturellen Hintergründe der Inselbewohner sind so vielfältig wie die gesprochenen Dialekte (3 Hauptdialekte und über 100 Unterdialekte). Geschichtlich betrachtet ist es eine Nation mit einer Vielzahl an ethischen Gruppen, geprägt durch Kriege aufgrund von Provinzialismus und unterschiedlichen Stammesethiken.

Mit diesem Hintergrund entwickelte sich das Eskrima über viele Dekaden hinweg, zusätzlich geprägt durch den jahrhundertlangen Einfluss der Spanischen Kolonialisten und den permanenten Übergriffen durch Piraten.

Die Philippinische Kampfkunst ist eine der wenigen, welche sich nicht den äusseren Einflüssen verschloss, sondern sich konstant den neuen Gegebenheiten anpasste und sich dadurch weiterentwickelte. Diese Vielfalt manifestiert sich noch heute in den über 100 verschiedenen Eskrimastylen.

Unter dem Begriff Eskrima verbirgt sich ein umfassendes Kampfsystem, welches sowohl den Gebrauch von Waffen, als auch die blossen Hände einschliesst. Das besondere Merkmal ist, dass der Stock und das Messer als Haupttrainingswaffen eingesetzt werden. Das waffenlose Training basiert dabei auf den Prinzipien von Espada y Daga (Olisy y Baraw) und Messer.

Eskrima ist einzigartig, weil es eine strukturierte Möglichkeit bietet, den komplexen Umgang mit der Waffe anhand von definierten Angriffswinkeln und Flowdrills effizient zu erlernen.



Woraus setzt sich Eskrima zusammen?
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Einzelstock (Solo Baston)
Doppelstock (Doble Baston)​​​​​​​​​​

Das Training mit Stöcken, ist zum „Markenzeichen“ der Philippinischen Kampfkust geworden. 

Im Doppelstock werden die grundlegenden Schlagtechniken mit einer hohen Wiederholungszahl trainiert, was die Koordinationsfähigkeit zwischen Rechts und Links sowie zwischen Oberkörper und Unterkörper erhöht. 

Im Einzelstock werden insbesondere die grundlegenden Angriffs- und Verteidigungsprinzipien, sowie die Fussarbeit und das Sticktrapping trainiert.




Messer (Baraw)​​​

Im Messerbereich werden die Angriffs- und Verteidigungsprinzipien anhand von Abläufen und Flowdrills erlernt. 
Dabei sind dem Aufbau der Attrribute wie "Timing", "Zoning" und "Speed" sowie der korrekten Fussarbeit besonderer Bedeutung gewidmet.



Stock & Messer(Olisi y Baraw)
Schwert & Messer (Espada y Daga)

Espada y Daga gehört zu den kulturellen Erben der Spanischen Invasoren und bildet das Herzstück des Eskrima. Die Philippinos kopierten und verbesserten die Schwachstellen der Spanischen Version von Espada Y Daga. 
Der Aufbau der richtigen Reflexen sowie die Koordination und Fähigkeit mit zwei Waffen gleichzeitig zu parieren und zu kontrollieren sowie zu stechen und zu schneiden, sind das zentrale Trainingselement.

Der praktische Nutzen liegt im Zusammenspiel der rechten und linken Hand, d.h. der "living hand/checking hand".​​​​​​​​​



Filipino Boxing
(Pangamut, Panantukan, Sikaran and Dumog)​​​​​

Das Philippinische Boxen weicht in seiner Gesamtheit vom westlichen (Kick)Boxen ab, weil zusätzlich Ellbogen- und Knieschläge, Wurf- und Hebeltechniken sowie Übergänge in das Trapping/Grappling erlaubt sind.

Die grundlegenden Prinzipien entstammen dabei aus dem Messer, Stock und Espada y Daga Konzept.  

Es ist an keine Regeln gebunden und beinhaltet alle Kampfdistanzen bis zum Bodenkampf. Daher bildet es die ideale Plattform für die Selbstverteidigung.